Das Gespenst von Canterville

Eine Orchestererzählung von Henrik Albrecht
nach Oscar Wilde
für Orchester und 3 Sprecher
Instrumentation: 2.2.2.2/4.2.3.0/Timp/2 Perc/Harfe/Streicher


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Hörprobe des ersten Satzes

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Henrik Albrecht vertonte die Geschichte 2007 und wurde für seine feinfühlige und gelungene Komposition mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Geschickt hat er von der Instrumentationskunst großer Filmkomponisten wie Jerry Goldsmith oder John Williams gelernt. Seine Musik ist abwechslungsreich und feinsinnig auf den Handlungsverlauf der Erzählung abgestimmt, ohne in plumpe Nachahmung zu verfallen. Die Melodien von Kinderliedern webt er geschickt in das musikalische Gefüge ein.(...)
Begeistert sind die Kleinen eine gute Stunde lang jedem Wort Tetzlaffs, des beliebten TV-Moderators aus dem Kinderkanal Kika, gefolgt.(...)
Mit freudigem Applaus bejubeln die jungen Zuschauer ihren "Juri".

Artikel auf echo-online.de

Henrik Albrecht schrieb eine fantastische Theatermusik nach dem Buch von Oscar Wilde.(...)
Und Juri Tetzlaff brachte dieses Gruselspektakel gestern im Familienkonzert von Theater und Philharmonie Thüringen nach Gera. Und das war wieder ein voller Erfolg.

Ostthüringer Zeitung vom 26. März 2012

Die Geschichte (...) erhält ihre stärksten Impulse durch die filigrane (...) Musik von Henrik Albrecht, der dafür verdient mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet wurde. Albrecht griff in alle Kisten guter und vor allem effektvoller Filmmusiken und erreicht dadurch noch mehr als die Schauspieler auf der Bühne.

Neue Ruhr Zeitung vom 12. Juli 2011

Auszeichnungen:

Deutscher Hörbuchpreis 2007 in der Kategorie Das besondere Hörbuch/Musik
Internationaler Kinderhörspielpreis 2007 des Türkischen Rundfunks TRT (Türkiye Radyo ve Televizyon Kurumu)
Leopold 2007


Im Covertext der CD ist zu lesen:

Wahrscheinlich denkt Ihr hier zunächst bei Gespenstern an Grusel und Geistergeschichten. Oscar Wilde hat aber mit dem Gespenst von Canterville auch eine Geschichte über das Verhältnis von England zu Amerika erzählt. Man sprach damals von der Alten und der Neuen Welt. In beiden Ländern wird Englisch gesprochen. Viele Engländer waren, zur Zeit von Oscar Wilde nach Amerika ausgewandert. In unserer Geschichte ist es umgekehrt. Hier kommen ein paar muntere Amerikaner ins alt ehrwürdige England. Nun ist die Frage, wie man so etwas in der Musik erzählen kann. Ein Ton an sich ist ja nicht englisch oder amerikanisch. Er ist zunächst einfach ein Ton. Aber es gibt Tonfolgen und Melodien, die ausgesprochen englisch oder amerikanisch sind. Für Amerikaner ist zum Beispiel der „Yankee Doodle“ so etwas wie eine zweite Nationalhymne. Diese Melodie ist gleichzeitig auch so wunderbar unbekümmert und frisch, dass sie gut Familie Otis darstellen konnte. So habe ich sie mehrfach in meine Musik verwoben. Man nennt so etwas ein Zitat. Solche Zitate sind für uns Komponisten sehr wichtig, weil es uns mit Hilfe solcher Melodien möglich wird, auch etwas, was außerhalb der Musik liegt zu erzählen. Zum Beispiel, ob jemand Engländer oder Amerikaner ist. Nun stellt sich die Frage, wie man so etwas in die eigene Musik integriert. Denn einfach den Yankee Doodle zu spielen, ist ja langweilig. Für Familie Otis habe ich ein Thema komponiert, was ganz schwungvoll und munter in die Welt hinaus prescht. Ihr könnt es gut im Stück Nummer 3 hören. Dieses Thema hat aber in der Begleitung, immer wenn die Melodie pausiert, den Yankee Doodle mit auf den Weg bekommen. Die Hörner spielen ihn meist, während die Streicher das Otis Motiv zum Klingen bringen. Wenn die Kutsche in die Toreinfahrt einbiegt, wird das Otis Motiv von den Klarinetten gespielt. Es klingt dann aber nicht mehr ganz so frisch und munter, sondern späht ein wenig ängstlich in den Himmel. Als es zu regnen beginnt, mischt sich wieder der Yankee Doodle in die Musik. Virginia singt ihn sogar mit. Gleichzeitig spielt die Klarinette in kurzen Schnipseln das Lied „Es regnet, es regnet, die Erde wird nass“. Das ist allerdings sehr schwer zu erkennen. Also gut hinhören! Wer weiterhin gut zuhört, kann dann noch den Entertainer von Scott Joplin in der Klarinette entdecken. England wird durch das Westminster Geläut charakterisiert, das Ihr an dieser Stelle in den Hörnern tröpfeln hören könnt. Hört Euch das Stück ein paarmal an. Viele Motive regnen auf uns herab. Es gibt immer etwas zu entdecken, wie auf einem großen Landschaftsbild. Das englische Westminster Geläut wurde früher oft als Uhrenläuten in großen Standuhren verwendet. Daher taucht es in diesem Hörspiel immer dann in der Musik auf, wenn irgendeine Uhr schlägt oder jemand ins Bett gehen muss, weil es schon so spät ist. Hört dazu mal das Stück Nummer 8. Hier habt Ihr den Yankee Doodle, das Motiv von Familie Otis und das Westminster Geläut auf engstem Raum.
Eine wichtige Rolle spielt natürlich Virginia in dem Stück. Da sie zur Familie Otis gehört, hat sie auch das Otis Motiv mit auf den Weg bekommen, allerdings wird es bei ihr nicht so forsch gespielt. Bei ihr klingt es zarter, schließlich versucht sie ja, zu zuhören und das Gespenst zu verstehen. Um Virginia diese Zartheit zu geben, habe ich ihr eine Sologeige an die Seite gestellt. Dabei tritt eine einzelne Geige aus der großen Gruppe der Streicher hervor. Das nennt man dann Solo. Achtet einmal auf Virginia und die Sologeige, die sie begleitet!
Die Geige, auch Violine genannt, spielt nicht nur in der Musik dieses Hörspiels eine wichtige Rolle. Sie gehört zu der großen Familie der Streichinstrumente, denn ihre Saiten werden von einem Bogen gestrichen. Der Ton einer Geige kann viele Klangfarben annehmen, je nachdem, wie der Bogen die Saite streicht. Wenn der Musiker den Bogen ganz schnell hin und her führt, hört man ein Zittern, was man in der Musik Tremolo nennt. Das ist immer dann zu hören, wenn das Gespenst jemandem Angst einjagen will, zum Beispiel wenn es die Hausmädchen von Schloss Canterville erschreckt.
Der Ton kann aber auch ganz anders klingen. Normalerweise wird die Saite zwischen dem Griffbrett und dem Steg gestrichen. Wenn man aber mit dem Bogen ganz nah am Steg streicht, bekommt die Geige einen kalten und eisigen Klang. Der ist zum Beispiel zu hören, wenn der Wind um die Türme des Schlosses streicht oder wenn Familie Otis den Blutfleck in der Halle betrachtet. Man kann die Saiten auch mit dem Finger zupfen. Das könnt Ihr hören, wenn das Orchester die Regentropfen nachahmt, die fallen, als die Familie Otis in den Schlosshof einbiegt. Man nennt dieses Zupfen der Streicher Pizzicato.
Ganz selten werden die Saiten auch mit dem Holz des Bogens geschlagen. Das ist dann ein besonderer Klangeffekt, den ihr hören könnt, wenn Mr. Otis seinen Puls fühlt oder das Gespenst davon spricht, wie es dem alten Lord Canterville als Skelett erschienen ist.
Jetzt wünsche ich Euch noch viel Spaß beim Hören! Und: achtet einmal auf die Geige!

Ach und noch etwas: Welches Schlaflied hört wohl Familie Otis, wenn sie schläft?

 

 

Neuigkeiten

Nun ist es raus! Der neue Kinderhörbuchpreis Beo für die beste Musik in einem Kinderhörspiel geht an das Orchesterhörspiel "A Christmas Carol" aus meiner Feder. Ich bin überglücklich, dass auch auf diesem Weg die viele Arbeit, die in dieser Partitur steckt, belohnt wird. Danke!

Wer nicht bei der Aufführung meines neuesten Orchesterhörspiels "20.000 Meilen unter dem Meer" dabei sein konnte, hier gibt es einen Film von der Aufführung im Theaterhaus Stuttgart zu sehen.
 

Kritikerstimme

"Abrechts Komposition ist sehr farbig und abwechslungsreich, durchaus auch populär, aber nie platt oder beliebig. Er versteht es, auch fein abgestimmte Stimmun- gen und Bilder im Hörer zu er- zeugen...Albrecht ist ein großer Hörspaß für die ganze Familie gelungen."

-Neue Presse zu "A Christmas Carol"

 

"Die NDR Radiophilharmonie und Vassilis Christopoulos haben hörbar großen Spaß an Albrechts plastisch instrumentierter Partitur"

-Hannoversche Allgemeine zu
"A Christmas Carol"


 

“Dieser Zauber tauchte beispiels- weise in "Alice im Wunderland" auf: Henrik Albrechts frische Version fasziniert als Muster musikalischen und mündlichen Erzählens.”

-FAZ zu "Alice im Wunderland"